Produzierende Unternehmen sind besonders abhängig von einer stabilen Stromversorgung. Ein Netzausfall kann Produktionsbänder stoppen, Anlagen beschädigen und hohe Kosten verursachen.
Die Dr. Rimpler GmbH hat deshalb gemeinsam mit Hanebutt Solar eine Photovoltaikanlage mit 426,8 kWp und einem 1-MWh-Batteriespeicher von Sigenergy realisiert. Das Besondere: Bei einem Test wurde das öffentliche Netz bewusst abgeschaltet – und die Produktion lief ohne wahrnehmbare Unterbrechung weiter.
In diesem Beitrag zeigen wir, wie das Projekt aufgebaut ist, welche Technik dahintersteckt und warum eine Backup-fähige Energielösung für Gewerbe und Industrie zunehmend wichtig wird.
Warum Versorgungssicherheit für die Produktion entscheidend ist
Für produzierende Unternehmen ist Strom mehr als eine Betriebskostenposition: Er ist Grundlage für den gesamten Produktionsprozess. Fällt die Versorgung aus, stehen Bänder still, Maschinen müssen heruntergefahren oder neu gestartet werden und empfindliche Prozesse können beschädigt werden.
Die Folgen reichen von kurzfristigen Produktionsausfällen über Qualitätsprobleme bis zu hohen Kosten durch Stillstand, Nacharbeit und verspätete Lieferungen. Gleichzeitig steigen Strompreise und der Druck, weniger abhängig vom öffentlichen Netz zu werden.
Photovoltaik kann hier einen wichtigen Beitrag leisten. Noch wirkungsvoller wird sie in Kombination mit einem Batteriespeicher und einer Backup-Funktion: Dann wird aus eigener Solarstromerzeugung eine aktive Absicherung der Wertschöpfung.
Die Dr. Rimpler GmbH wollte daher nicht nur Solarstrom erzeugen, sondern ihre Versorgung auch bei einem Netzausfall absichern.
Die Energielösung für die Dr. Rimpler GmbH
Gemeinsam mit Hanebutt Solar wurde eine leistungsstarke Energielösung für den Industriestandort umgesetzt:
- 426,8 kWp Photovoltaikleistung
- 880 PV-Module
- 1.000-kWh-Batteriespeicher von Sigenergy
- 1,2-MW-Sigenergy-Gateway
- Bauzeit: rund zwei bis drei Monate
Die Photovoltaikanlage erzeugt tagsüber Solarstrom direkt auf dem Firmengelände. Der Batteriespeicher macht diesen Strom auch außerhalb der Sonnenstunden nutzbar und erhöht damit den Eigenverbrauch.
Das zentrale Element für die Versorgungssicherheit ist das Sigenergy-Gateway. Es erkennt einen Netzausfall und ermöglicht die Umschaltung in den Backup-Betrieb. So können ausgewählte Verbraucher im Unternehmen auch dann weiter mit Strom versorgt werden, wenn das öffentliche Netz ausfällt. Sigenergy beschreibt diese Funktion als nahtlosen Übergang zur Notstromversorgung, bei dem Verbraucher im Idealfall keine Unterbrechung bemerken.
Der Backup-Test: Produktion läuft ohne Unterbrechung weiter
Beim Abnahmetest wurde das öffentliche Stromnetz bewusst abgeschaltet. Der Moment, in dem normalerweise jede Sekunde zählt: Reagiert das System? Bleibt die Produktion stabil? Oder müssen Anlagen und Prozesse angehalten werden?
Das Ergebnis war eindeutig.
Das Speichersystem übernahm die Versorgung. Die Beleuchtung flackerte nicht, kritische Produktionsbänder liefen weiter – und die Mitarbeitenden bemerkten die Umschaltung nicht. Genau das ist das Ziel einer professionell geplanten Backup-Lösung: Sie schützt den Betrieb, ohne den Alltag im Unternehmen zu stören.
Damit geht es nicht mehr nur um Eigenverbrauch oder günstigen Solarstrom. Es geht um die aktive Absicherung der Wertschöpfung. Ein Netzausfall muss nicht automatisch zu einem Produktionsstillstand führen.

Die technische Besonderheit: Gateway und individuelle Einhausung
Die Backup-Funktion wird durch das 1,2-MW-Sigenergy-Gateway ermöglicht. Es ist die zentrale Schnittstelle zwischen Netz, Photovoltaikanlage, Batteriespeicher und den zu sichernden Verbrauchern.
Laut Sigenergy handelt es sich um das zweite Gateway dieser Art in Deutschland für eine solche Lösung. Das macht das Projekt nicht nur technisch interessant, sondern zeigt auch, welche Bedeutung einer sorgfältigen Planung bei industriellen Energielösungen zukommt.
Eine besondere Herausforderung: Das Gateway ist standardmäßig nicht für eine ungeschützte Außenaufstellung ausgelegt. Hanebutt Solar hat deshalb eine eigene Einhausung entwickelt und umgesetzt.
Diese individuelle Lösung sorgt dafür, dass die Technik dauerhaft betriebssicher im Außenbereich eingesetzt werden kann. Sie ist ein gutes Beispiel dafür, dass komplexe Projekte mehr erfordern als die Installation von Komponenten: nämlich ingenieurmäßige Planung, Erfahrung und die Fähigkeit, projektspezifische Anforderungen zu lösen.
Was andere Unternehmen daraus lernen können
Das Projekt der Dr. Rimpler GmbH zeigt, worauf es bei einer industriellen Photovoltaik- und Speicherlösung ankommt:
- Photovoltaik lohnt sich besonders, wenn tagsüber hoher Strombedarf besteht. Dann kann ein großer Teil des Solarstroms direkt im Betrieb genutzt werden.
- Ein Batteriespeicher erhöht den Eigenverbrauch und macht Solarstrom planbarer. Überschüsse aus den sonnenreichen Stunden werden gespeichert und später genutzt.
- Eine Backup-Funktion ist dann sinnvoll, wenn Produktionsausfälle hohe Kosten verursachen. Sie sichert ausgewählte kritische Verbraucher bei einem Netzausfall ab.
- Die Dimensionierung muss zu Lastprofil, Netzanschluss und kritischen Verbrauchern passen. Nicht jede Anlage benötigt dieselbe Speichergröße oder dieselbe Backup-Leistung.
- Eine individuelle Planung ist entscheidend. Standardlösungen reichen bei industriellen Anforderungen oft nicht aus.
Wichtig ist dabei: Ziel ist in der Regel nicht, den gesamten Betrieb unbegrenzt unabhängig vom Netz zu versorgen. Vielmehr geht es darum, die Prozesse abzusichern, bei denen ein Ausfall die größten Schäden oder Kosten verursachen würde.
Fazit
Das Projekt der Dr. Rimpler GmbH zeigt, wie Photovoltaik, Batteriespeicher und Backup-Technik zu einer ganzheitlichen Energielösung zusammenwachsen. Die Anlage erzeugt Solarstrom, der Speicher erhöht den Eigenverbrauch und das Gateway sichert die Versorgung kritischer Verbraucher bei einem Netzausfall.
Für Hanebutt ist das Projekt zugleich ein starkes Beispiel dafür, dass das Unternehmen komplexe Energielösungen für Gewerbe und Industrie realisiert – von der Planung über die Installation bis hin zu individuellen technischen Lösungen.
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Häufige Fragen
Das Batteriespeicher-System mit Sigenergy Gateway übernimmt die Versorgung ausgewählter Verbraucher. Im Projekt der Dr. Rimpler GmbH liefen kritische Produktionsbänder beim Test ohne wahrnehmbare Unterbrechung weiter.
Rechnerisch rund 427.000 kWh pro Jahr, basierend auf einem Ertrag von 1.000 kWh je kWp. Der tatsächliche Ertrag hängt von Ausrichtung, Verschattung, Standort und Witterung ab.
Besonders für Betriebe mit hohem Stromverbrauch während der Tageszeiten, kritischen Produktionsprozessen oder dem Wunsch nach höherer Unabhängigkeit vom Stromnetz.
Das hängt von der Dimensionierung von Speicher, Gateway und der Auswahl der kritischen Verbraucher ab. Ziel ist meist nicht die Versorgung des gesamten Betriebs, sondern die Absicherung wichtiger Prozesse.